Wasser & Lebensmittel

Wasser & Lebensmittel – auch hier ist Strom unverzichtbar. Wasserwerke brauchen Strom, um das Wasser in unsere Leitungen zu bringen. Lebensmittelgeschäfte brauchen Strom zur Kühlung verderblicher Waren, so wie wir auch zuhause in unseren Kühlschränken und Kühltruhen. Mahlzeiten können nicht zubereitet werden, wenn der Elektroherd nicht funktioniert. Genauso wenig kann dann zuhause Brauchwasser zu Trinkwasser aufbereitet werden. Ganz abgesehen von den hygienischen Umständen beim längeren Ausfall der Strom- und Wasserversorgung (WC-Spülung, Körperhygiene, Kleidung waschen etc.)

Aber jetzt und hier soll es eben explizit um Lebensmittel und Getränke gehen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt in seiner Broschüre eine Bevorratung von Nahrung und Getränken für 10 Tage. Gut, dass sie auch auf Sonderfälle hinweisen, also auch auf Vorräte für Diabetiker, Kleinkinder und Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten.

Vorratskammer

Mit einem Vorrat für 10 Tage ist man im Bundesdurchschnitt schon gut dran, weil einer Umfrage nach hochgerechnet 45% der Deutschen gar keinen Vorrat angelegt haben und sich täglich ihr Essen und trinken kaufen gehen. Das sind meistens die Singles, alleinerziehende Mütter, einkommensschwache Haushalte mit kleinen Mietwohnungen.

Familien mit Einfamilienhäusern haben mehr Platz – meist ist er der Hauptverdiener, sie die Hausfrau, die sich wahrscheinlich noch um die Kinder kĂĽmmert und selbst einkaufen muss. Da die Zeit fĂĽr öftere Einkaufstouren fehlt, aber genug Platz da ist, neigen solche Haushalte dazu, doch größere Vorräte anzulegen.

Prepper-Profis bevorraten meistens für 6 Monate. Nicht unbedingt für sich, sondern auch als Überlegung, Tauschwaren dazuhaben, die sie gegen andere benötigte Dinge eintauschen könnte. Eine gute Idee, entsprechender Platz vorausgesetzt.

Absolute Mindestempfehlung sind m.E. Vorräte für 30 Tage!

Warum 30 Tage, was kann in 30 Tagen passieren? Wenn so ein unvorhergesehenes Schadensereignis eintritt, ist die Möglichkeit da, dass in einem ganzen Monat der Schaden beseitigt ist und wieder alles funktioniert.

Also was soll man bevorraten?

  • Trinkwasser mind. 2 Liter pro Tag pro Person (Singles also 60 Liter, ein 4-Personen-Haushalt 240 Liter)
  • Essen mit einer Energie von empfohlenen 2.200 kcal pro Tag pro Person
    • keine Experimente – wirklich nur das, was auch wirklich gegessen wird (es muss keine Notration nach Militärstandard wie NRG-5 oder BP-ER sein!)
    • lange haltbare Lebensmittel (Konserven, Eingekochtes, Instantprodukte, Nudeln, Reis, Fette wie Schmalz)

Die meisten Konserven weisen ein MHD von 3-5 Jahren auf. Ich habe erst vor kurzem eine Dose Schmalzfleisch mit einem MHD von 2018 aufgemacht. Es war gut, roch normal und schmeckte normal. Herstellungsjahr war 2015, also 6 Jahre alt und immer noch genieĂźbar.

Wichtig ist beim Anlegen von Vorräten, dass Neuanschaffungen nach hinten gehören und man hin und wieder etwas von vorne wegfuttert, um stets “frische” Vorräte zu haben. Apropos Vorräte anlegen…

Denken Sie auch an Medizin – Ihre Hausapotheke:

Und wenn man schon genug isst und trinkt, irgendwann muss man sich doch mal erleichtern gehen. Darum zählt auch die folgenden Artikel unbedingt in die Bevorratungs-Pflicht:

Hygiene im Krisenfall

  • Seife und Waschmittel (idealerweise auch ein Waschbrett)
  • ZahnbĂĽrste und Zahnpasta
  • Sets Einweggeschirr und Besteck (wenn Wasser zum Abwaschen fehlt)
  • Haushaltspapier (KĂĽchenrollen zum Abtrocknen, Wischen etc.
  • Toilettenpapier (eh klar!)
  • MĂĽllbeutel (unterschiedliche GrĂĽĂźen)
  • Campingtoilette (keine Chemietoilette, ehr die Version mit den Beuteln!)
  • Ersatzbeutel fĂĽr die Campingtoilette
  • Haushaltshandschuhe
  • Feuchte TĂĽcher (fĂĽr die schnelle Körperpflege unterwegs)
  • Desinfektionsmittel
  • wer keinen hat, sollte sich einen Spaten zulegen (um z.B. bei ausgefallener SpĂĽlung die Kackbeutel zu vergraben)

P.S.: Ich selbst nutze privat CDL – also eine Chlordioxidlösung – als Desinfektionsmittel fĂĽr ALLES! Diese kann man zur Desinfektion von Flächen, Händen, Haut und Wunden verwenden. Sie brennt nicht in Wunden, wie es bei alkoholischen Mitteln wäre. Man kann auch CDL den Wasserkanistern zugeben (eben statt die Wasseraufbereitungstabletten), um das Wasser haltbar zu machen. Wer mehr darĂĽber wissen will (gĂĽnstige Herstellung, Anwendungstipps), kann mich gerne fragen.


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