Brennstoffzelle

Wenn der Stromausfall wirklich länger andauert – also vielleicht eine Woche oder gar mehrere Wochen – dann werden auch die meisten Stromspeicher wie Powerbanks und Batterien leer sein. Was dann? Dann wird auch dein Auto keinen Sprit mehr haben, um während der Fahrt oder bei laufendem Motor irgendwelche Stromspeicher an der ZigarettenanzĂĽnderdose zu laden.

Dann hilft nur noch ein vernünftiges Energiesystem, das genug Speicherkapazität hat und eine Lademöglichkeit, die stark genug ist, um das Speichermodul schnell wieder aufzuladen. In der Rubrik Solarsysteme findest du Speicher, die durch Sonnenlicht, an der Netzsteckdose oder über den 12V-Anschluss im Auto geladen werden können.

Speziell für den Camper mit seinem Wohnmobil hat der Hersteller EFOY eine tragbare Brennstoffzelle entwickelt, die völlig automatisch das Bordnetz des Wohnmobils lädt, sodass die Starter- und die Systembatterien immer geladen werden, völlig unabhängig von Landstrom oder Sonnenlicht. Dauer-Camper sagen, man solle Solarenergie immer nur als Ergänzung zu einer Brennstoffzelle verwenden, nicht anders herum.

Was passiert in der Brennstoffzelle?

  • Sauerstoff und Methanol (aus der sogenannten “Tankpatrone”, die es in 5 l / 10 l / 25 l und 60 l Größen gibt) werden getrennt voneinander in den Katalysator geleitet.
  • Das Methanol-Wasser-Gemisch reagiert und es entstehen Wasserstoff sowie Kohlendioxid.
  • Der entstandene Wasserstoff wird durch den Katalysator gespalten: Es entstehen Protonen und Ionen.
  • Die Protonen wandern zur Kathode. Die Elektronen “wandern” hingegen zur Anode; dies erzeugt einen elektrischen Stromfluss.
  • Am Ende des Prozesses entsteht durch die Elektronen wieder ein SauerstoffmolekĂĽl. Im Anschluss reagiert das SauerstoffmolekĂĽl mit den Protonen – als Emission entsteht Wasser.
  • Emissioniert werden Wasserdampf, Wärme und wenig CO2.

Das Gerät ist schnell eingebaut und angeschlossen. Es ist sogar über einen Bluetooth-Dongle und einer eigenen App steuerbar.

Was bringt die Brennstoffzelle, wenn…

… man gar kein Wohnmobil hat?

Denk doch einfach mal mit. Es bringt 12V Ladestrom zum Laden von Autobatterien. Die Tankpatronen enthalten giftiges Methanol, jedoch keine brennbaren Flüssigkeiten. Also kann man sie auch gut und gerne in ausreichenden Mengen lagern, ohne gegen Brandschutzverordnungen zu verstoßen. In dem Video oben siehst du, wie sparsam der Verbrauch der Tankpatrone ist. Also bist du mit 5 Kanistern á 10 l schon sehr gut bedient. Im Winter nutzt du die warme Abluft in der Wohnung zur Raumerwärmung. Nur noch das Wasser und das CO2 müssen nach außen abgeleitet werden, um keine CO2-Vergiftung zu riskieren. Okay, das Wasser könnte man auch in den Abfluss leiten oder einfach als Brauchwasser verwenden.

In meinem Krisenratgeber habe ich einen Eigenbau einer autarken Energie- und Kommunikations-Station vorgestellt. Jetzt spinnen wir nur mal weiter: Wir trennen die Kommunikation und die Energie. Ein Kasten nur für Radio- und Fernsehempfang und für die Funkgeräte, der andere Kasten rein zur Energiegewinnung und -erzeugung.

Im Fall der Fälle wird der eine eben mit Stromkabel an den anderen Kasten angeschlossen. Denn wenn wir jetzt die Abluft mit dem CO2 aus der Brennstoffzelle berücksichtigen, können wir ja den Energiekasten auf dem Balkon oder im Nebenzimmer lassen.

Also… wir haben 2 Autobatterien. Im Kasten ist ein Netzladerät, um die Batterien ganz klassisch am Stromnetz mit Erhaltungsladung voll zu halten. Kommt der Blackout, dann bringen wir die Brennstoffstoffzelle zum Einsatz.

Wir gehen mal nicht von der groĂźen Zelle, sondern nur mal einer kleinen EFOY 80 aus:

  • kostet “nur” 2.699 Euro
  • Maximale Leistung: 40 W
  • Max. Ladekapazität/Tag bei 12 V = 80 Ah
  • Nennspannung: 12 V / 24 V
  • Abmessungen (LxBxH)   440 x 198 x 271 mm
  • Gewicht: 6,5 kg

Mit den kleinen Maßen von 44 cm maximaler Seitenlänge lässt sich das Teil in so einen Kasten integrieren. Die Tankpatrone selbst muss ja nicht im Kasten sein, sondern kann daneben gestellt werden. Die Brennstoffzelle wird an die parallel geschalteten Autobatterien angeschlossen. Die EFOY 80 hat eine Ladekapazität von 80 Ah/Tag, müsste also etwa 50 Stunden laufen, um die komplett leere Batterie-Einheit mit 170 Ah Kapazität wieder vollständig aufzuladen.

Fazit:

Wer also genug Geld hat, um sich so etwas zu kaufen oder gar gleich bauen zu lassen, ist mit einer Brennstoffzelle wirklich echt gut beraten.


Sonstige Alternativen

Ich habe letztens von einem Professor einen tollen Vortrag gesehen – es ging um freie Energie, um genug Stromerzeugung, dass man diese auch in öffentliche Netz einspeisen könnte, und um Browngas-Antrieb fĂĽr’s Auto. Leider viel zu spät, denn der Vortragende Dipl.-Ing. Reiner Höhndorfist ist schon am 10. August 2015 verstorben. Aber seine Thesen sind so interessant, dass ich dir diesen Vortrag hier noch zeigen muss:


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