LPD-Funk

KurzĂĽbersicht:

LPD-Funk – Was ist das?

Der Hobbyfunk, welcher sich unter der Bezeichnung LPD (Low Power Device) versteckt, ist nur eine von vielen Funkanwendungen, welche sich im 70cm-ISM Bereich bewegen. Die ISM Bereiche, von denen es mehrere im gesamten UKW-Spektrum gibt, sind für Anwendungen im industriellen und medizinischen Bereich gedacht. Besonders industrielle Anwendungen, wie Garagentor-Öffnern, Zentralverriegelungen für Kraftfahrzeuge oder drahtlose Lautsprecher und HiFi-Kopfhörer belegen in den letzten Jahren immer mehr diese Bereiche.

LPD ist einer dieser ISM-Anwendungen und bezeichnet einen Sprechfunk mit sehr geringer Leistung (nur 10 mW), welcher sowohl anmelde- als auch gebührenfrei und damit für jedermann zugänglich ist.

Leider teilt sich der 70cm-ISM Bereich und damit auch der LPD-Sprechfunk seinen Frequenz-Bereich mit dem 70cm-Amateurfunk-Band, so daĂź es immer wieder zu Kollisionen und Streitigkeiten zwischen LPD-Hobbyfunkern und Amateurfunkern gekommen ist.

Der Funkverkehr im LPD-Funk erfolgt durchweg in Frequenzmodulation und Sprechfunkbetrieb. Es besteht aber auch, ganz im Gegensatz zum FreeNet, die Möglichkeit, digitale Betriebsarten wie Packet Radio oder SSTV zu verwenden.

Die Zusammenschaltung von mehreren LPD-Funkgeräten oder einem LPD- mit einem FreeNet- oder CB-Funkgerät ist nicht zulässig. Funkamateuren ist der Funkverkehr mit Funkern, welche keine Amateurfunk-Genehmigung besitzen, nicht erlaubt. So kann und darf es zu keinem Kontakt zwischen Funkamateuren und LPD-Anwendern kommen.

Viele Funkamateure sind jedoch mit ihren Amateurfunktransceivern im ISM Bereich unterwegs und machen unzulässigen Funkbetrieb, bei dem sie eindeutig gegen die einschlägigen Amateurfunkgesetze und -verordnungen verstoßen, in dem sie etwa das ihnen zugeteilte Rufzeichen nicht nennen. Solcher Missbrauch durch Funkamateure ist natürlich absolut unzulässig, wenn auch durch die Doppel-Belegung des Frequenz-Bereiches nicht immer vermeidbar.

LPD-Funkgeräte haben natürlich aufgrund der geringen Leistung eine sehr kleine Reichweite, sind jedoch bei der Veranstaltungssicherung oder Parkplatzeinweisung ohne Probleme einsetzbar. Selektiv-Ruf-Systeme wie DTMF oder Sub-Audio-Ton-Squelch ermöglichen eine betriebsfunkmäße Funkabwicklung, und vermeiden unter Umständen viele Störungen. Einige Hersteller von LPD-Funkgeräten rüsten ihre Geräte inzwischen sogar mit Verschlüsselungs-Systemen aus, um den Gruppen-Charakter speziell bei Sicherungs-Einsätzen zu erhalten.

Frequenzbereich + Reichweite

FĂĽr den LPD-Sprechfunk steht der 70cm-ISM Bereich zur VerfĂĽgung. Dieser erstreckt sich von 433,05 bis 434,79 MHz und ist somit folglich auch ein Teil des 70cm-Amateurfunkbandes (430 MHz bis 440 MHz).

Abhängig von Gerät und Hersteller werden LPD-Funkgeräte meistens mit fest einprogrammierten 69 Kanälen geliefert, theoretisch besteht auch die Möglichkeit freier Freqeunzwahl im 5, 10, 12.5, 20, 25 oder 50 kHz Raster.
Bei einem Raster von 25 kHz entstehen so 69 Kanäle.

Die Reichweite ist wegen der geringen Sendeleistung (nur 10 mW) und den Frequenzen um 434 MHz entsprechend gering und dĂĽrfte im freien Feld zwischen 2 und 5 km liegen und innerhalb eines Wohngebietes nur wenige hundert Meter betragen.

Für Notfälle sinnvoll oder nicht?

Für die Kommunikation im Rahmen eines Notfallplans sind LPD-Funkgeräte aufgrund ihrer sehr geringen Reichweite nicht wirklich zu empfehlen.

Auch wenn es möglich ist, mit den in der Rubrik “Amateurfunkgeräte” vorgestellten Geräten Nutzer von LPD-Funkgeräten zu erreichen, so kommt aufgrund der geringen Reichweite von LPD mit groĂźer Wahrscheinlichkeit kein Gespräch zustande, wenn deren Sendeleistung nicht bis zum Amateurfunk zurĂĽck reicht. Ebenso wenig Sinn macht es, wenn sich 2 Nutzer von Amateurfunkgeräten ausgerechnet ĂĽber die LPD-Frequenzen unterhalten. Hier scheint es sinnvoller, auf die PMR-Frequenzen um die 446 MHz oder gar auf das 2m-Band (z.B. die Freenet-Frequenzen um 149 MHz) auszuweichen.

Sehr wohl eignen sich LPD’s jedoch fĂĽr die interne Kommunikation in kleinen Teams, die nah beieinander bleiben. Mit CTCSS und DTS-Funktionen können auch innerhalb des LPD-Sprechfunks Gespräche anderer Funker auf den selben Kanälen unterdrĂĽckt werden.

Kaufempfehlungen fĂĽr LPD-Funk

Wie gesagt: LPD’s sind nicht als Notfall-Funk geeignet. Wer aber seine Familie oder sein kleineres Team – vielleicht innerhalb seines Notfallnetzwerks – mit Zweitgeräten und von den anderen separierten Frequenzen ausstatten möchte, kann durchaus auf reine LPD-Geräte zurĂĽckgreifen.

LPD’s sind auch noch bei Hobby-Piloten sehr beliebt, da diese Kanäle kaum noch genutzt werden und sich durchaus fĂĽr die Kommunikation zwischen Pilot & Co-Pilot oder aber zwischen zwei nahe beisammen fliegende Maschinen eignen und im Vergleich zu Flugfunk auch noch anmelde- und gebĂĽhrenfrei sind. AuĂźerdem braucht man keine Flugfunklizenz.

Oh oh… bei der Recherche nach passenden Geräten habe ich keine reinen LPD-Funkgeräte gefunden. Wohl aber ein PMR-Funkgerät, das man auf LPD umschalten kann:

Midland G9 Pro Funkgerät (1 St.)

16 Kanäle PMR446 + 69 LPD Kanäle (!) * Wetterfest IPX4 * High/Low Power Sendetaste * Notruffunktion * inkl. Standlader und 1800mAh Akkus C1385 (alternativ auch normale AA-Akkus oder Batterien verwendbar!)

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Midland G9 Pro Bikerset (2er Set)

wie oben, jedoch zusätzlich 2 Helm-Headsets (Beschreibung siehe verlinkter Detailseite) – wegen der Produkteigenschaften nicht rechts beim Preis, sondern weiter unten bei den Details nachlesen!

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